Über das Herz, die Bestimmung und Monster im Sonnenlicht

Habt ihr euch schonmal die Frage gestellt ‚Was macht mich anders als alle anderen?‘? Ich hab’s getan und dabei kam dieser Text zustande

Über das Herz, die Bestimmung und Monster im Sonnenlicht

Das was mich auszeichnet, anders macht, als alle andern:
Ist meine Vielseitigkeit. Ich bin kein Maler, Schmuckdesigner, Sänger, kein Berufsmusiker, kein Illustrator, kein Keramiker, kein Konditor, kein Experte für spezielle Anliegen, aber ein Experte für Kreativchaos. Was ich werden kann, ist ein Experte für Komposition der Dinge, der Worte, der Farben, der Materialien, der Töne.
Ich bin nicht perfekt in einer Sache und ich will es gar nicht sein. Perfektionismus treibt mich an, aber ich höre da auf, wo andere richtig einsteigen, weil es mir zu langweilig wird. Ich bin interessiert, bis zu dem Punkt, wo ich es schon mal gemacht habe. Danach ist es Wiederholung und Wiederholung mag ich nicht, steht mir nicht, bringt mich nicht weiter. Ein bisschen tiefer in die eine Materie hinein vielleicht, aber nicht weiter meiner Bestimmung entgegen, die da wäre: ??
Die da wäre, dass ich immer weiter will, immer ein bisschen weiter und anders. Ein bisschen bunter und leiser und lauter und wo ist mein Herz geblieben? Hab ich auf dem Weg etwa mein Herz verloren? Nicht an wen, nicht an etwas, sondern weg? Weil wenn mein Herz weg ist, ist mein Antrieb weg und wo soll ich dann hin? Dann ist mein Wegweiser weg, dann lauf ich ja völlig blind dem Verstand hinterher und wo soll das enden, wenn ich neben dem ganzen Denken den ganzen Tag auch noch auf meine Gedanken hören soll, anstatt auf mein Herz. Das kann doch nicht gut werden.
Ich muss mich wieder neu kalibrieren, orientieren, resetten, ich muss stoppen, einhalten, nicht im Kreis drehen, ich dreh mich doch schon wieder im Kreis. Hab ich in diesem Kreis mein Herz verloren? Hamsterrad radlen. Stop! Da! Da vorne! Ich habs gesehen, da ist mein Herz, da muss ich hin.

Du kannst da jetzt nicht hin
Sagst du
Warum
Frag ich und geh schonmal ein bisschen los
Weil du doch gerade erst hier angekommen bist
Sagst du
Aber ich will nicht bleiben
Sag ich
Aber so kommst du doch nie an
Sagst du
Aber ich kann nicht bleiben, sag ich, mein Herz ist nicht hier, sieh doch, da vorne, da pocht es, ich muss da hin
Und ich laufe los
Laufe meinem Herz hinterher
Oder zumindest in die Richtung, wo ich denke, dass es sein könnte
Aber dann ist es schon wieder weg
Und jetzt?
Frag ich
Und jetzt?
Fragst du
Und wir schauen beide ein bisschen ratlos
Und machen ein bisschen
Du dies
Ich das
Bis es wieder pocht
Es pocht!
Und ich laufe los
Und ein Monster stellt sich in den Weg
Nö, sagt es
Doch, sag ich
Auf keinen Fall, sagt es
Und ich beginne zu weinen
Heimlich
Aber ich will da lang
Jammer ich

Sagt das Monster
Und ich fang an ein bisschen auf der Stelle zu laufen
Lauf ein bisschen schneller, nehme Anlauf, mach die Augen zu
Und lauf gegen das Monster
Es wirft mich zurück
Und guckt arschig dabei
Und lacht
Und ich fühl mich echt kacke
Du bist kacke
Sag ich
Ich will Liebe
Sagt das Monster
Du bist kacke, wie soll man dich lieben
Sag frag ich
Und setze mich ein bisschen hin
Jeder will Liebe
Sagt das Monster
Weiß ich schon
Sag ich trotzig
Und weiß nicht genau wie das jetzt weitergehen soll

Ich mache eine Pause

Und guck mir die Bäume an
Die sind schön, wenn die Sonne dahinter durchzwitschert
Es ist schön hier
Sag ich zum Monster, das im Sonnenlicht gar nicht mehr so groß und so bedrohlich wirkt
Es hat lustiges Fell, flauschig
Darf ich mal anfassen? frag ich und machs einfach, weil es war ja auch doof zu mir, also brauch ich nicht auf ne Antwort warten
Nein, sagt es und genießt heimlich doch ein bisschen gekrault zu werden
Und so sitzen wir da
Und mein Herz pocht fröhlich
Einfach so
Ist es wieder da
Und ob ich noch an dem Monster vorbei will weiß ich nicht
Vielleicht morgen
Oder ich nehm es mit
Heute bin ich hier
Vorerst
Und guck mir die Bäume an

❤️…ich wünsche euch eine schöne Adventszeit und einzigartige erkenntnisreiche herzvolle Momente…❤️

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